Artikel 2

Römerzeit bis um 1000 n. Chr.

Über den Pyhrnpass begann in der Römerzeit bald ein lebhafter Verkehr nach Süden und von Süden zu uns, denn man brachte unsere Erzeugnisse (Wolle, norisches Tuch, Salz und Honig) nach Oberitalien. Von dort bezogen die hier ansässigen anspruchsvollen Römer ihre Luxuswaren, das feine Tuch, Wein und Schmuck. So fand man bei der Freilegung einer römischen Badeanlage in Wels zwei Amphoren, die, nach der Aufschrift zu schließen, in Honig eingelegte Oliven enthalten haben, die unseren Welser Kelten auch gut gemundet hätten.

Nach dem Zerfall des römischen Reiches begann für unsere Heimat eine sehr wechselvolle Geschichte. Die Entwicklung war geprägt einerseits durch die Landnahme des aufstrebenden Adels und die Errichtung von Schlössern als Herrschersitze, andererseits durch die fortschreitende Christianisierung und die Errichtung von Klöstern und Kirchen.

In der Folge erlebte die damalige Imkerei eine Hochblüte. 

Die Bienen lieferten den begehrten Honig und Wachs. Honig war in der damaligen Zeit der einzige Süßstoff und Wachs – mangels an elektrischem Licht – die einzige angenehme Form der Beleuchtung.

Die urdeutsche Form der Bienennutzung ist die Zeidlerei.

In Wäldern wild lebende Bienen wurden von den Zeidlern regelmäßig besucht. Im Gegensatz zu heute gab es früher nur Mischurwälder mit viel Unterholz und Strauchwerk, die wilden Bienenvölker reichlich Nahrung boten. Schon früh erfolgte der Übergang von der planlos ausbeutenden Bienenjagd zur planvollen Bienenzucht. Als sogenannte Beutbäume fanden vor allem dreihundertjährige hochgewachsene astfreie Kiefern Verwendung, die oftmals sehr hoch waren, damit der gefährliche Bienenfeind – der Bär – nicht so leichtes Spiel bei einer Plünderung hatte. Beutbäume wurden kenntlich gemacht. Man erntete den Honig, beließ aber dem Volk soviel das es durch den Winter kam. Mit ihren Zeichen markierten die Zeidler von ihnen gefundene und genutzte Bienenbäume, und bei Todesstrafe durfte sich kein anderer daran vergreifen.

Eigene Zeidler-Gesetze sorgten dafür, dass „Bienenrecht“ Recht blieb. 

Die Zeidler genossen großes Ansehen und Respekt, allein schon durch ihren Mut, den damals sehr wehrhaften und stechwütigen Bienen zu begegnen.Das älteste Schriftstück, das uns unmittelbar vom Betrieb einer Bienenzucht in Oberösterreich etwas sagt, ist die Chronik des Klosters Mondsee. Im Jahre 748 schenkte Herzog Odilo dem Kloster Mondsee 4 Dörfer mit Feldern und Wiesen und allen Erbsitzen und den Wäldern zwischen dem Salzburggau, dem Mattiggau und dem Attergau samt sechs Zeidlern (Imker, von Bairisch zeideln: Honigwaben aus dem Bienenstock schneiden, Honig ernten). Die Namen zweier Zeidler werden in der Urkunde genannt: Huigbald und Ratkis.

Aus der Stiftungsurkunde des Klosters Kremsmünster vom Jahre 777 erfahren wir, dass Herzog Tassilo dem, von ihm gegründeten, Grenz- und Wirtschaftskloster unter anderem zwei Zeidler zuwies. In der berühmten Landgüterverordnung bestimmt Karl der Große um 800, dass auf allen seinen Meierhöfen ein eigener Imker mit der Bienenpflege beschäftigt war, ebenso ein eigener Metbrauer. Der Bedarf des kaiserlichen Hofes an Honig, Wachs und Met war riesengroß. Im 10. Jahrhundert wies Kaiser Otto II. mehrere Bienenlager samt fünf Bienenwärtern in Eberstalzell dem Kloster Kremsmünster zu.

 

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