Artikel 6

 

Vieles änderte sich unter Kaiser Josef II, dem Sohn und Nachfolger der Kaiserin Maria Theresia.

Er erlaubte den Protestanten die private Ausübung ihres Glaubens. Er ließ viele Klöster schließen (Garsten), ließ nur solche bestehen, die sich mit Seelsorge, Erziehung der Jugend und Krankenpflege befassten.

Das Vermögen der Klöster wurde zur Stiftung des Religionsfonds und dieser zur Errichtung neuer Pfarren, Erziehungs- und Wohltätigkeitsanstalten bestimmt.  

Neue Pfarren sollten entstehen, unter anderem in Wendbach. Zur Errichtung einer Kirche in Wendbach kam es aber nie.

 Einen der größten Schrecken stellte für die Menschen vergangener Jahrhunderte die Pest dar, gegen die es kein Arzneimittel gab. Im Ennstal verbreitete sie sich auch im Jahr 1713 mit furchtbarer Schnelligkeit und wütete bis zum Winter 1714. Der größte Teil der Bevölkerung starb.

Pestsäulen und Sagen erinnern uns daran.

1741 bis 1748 Erbfolgekrieg. Kaiser Karl VI hatte keine männlichen Nachkommen und er wollte die übrigen euro-päischen Staaten dazu bewegen, dass seine Tochter Maria Theresia die Erbfolge antreten könne. Nur Bayern und Sachsen waren dagegen.

Mit dem Regierungsantritt Maria Theresias folgten sofort schwere Bedrohungen von außen.

Friedrich II marschierte in Schlesien ein und verbündete sich mit Frankreich, das mit Bayern und Sachsen Österreich den Krieg erklärte.

Der Kurfürst von Bayern rückte 1741 mit den verbündeten Franzosen in Oberösterreich ein. Sie besetzten Linz, dann Steyr und das gesamte Ennstal und errichteten hier Schanzen. Graf Karl von Palffy zog sich über die Enns zurück und ließ in Steyr beide Ennsbrücken abtragen. Auch im Ennstal wurden alle Brücken und Stege zerstört. Maria Theresia bat die Ungarn um Hilfe. Nachdem die Franzosen und Bayern von den Armeen des Grafen Khevenhüller bei Krems geschlagen worden waren, zogen sie sich nach Oberösterreich zurück und befestigten die Ennslinie. Von Enns bis Steyr hatten sie das linke Ennsufer, von Steyr bis Weyer auch das rechte Ennsufer in ihrer Gewalt.  

Die Bayern mussten sich aus Weyer zurückziehen. Sie verschanzten sich darauf in Ternberg und Dambach.

 

Eine Gruppe Soldaten Khevenhüllers sollte bei Losenstein über die Enns gehen und dem Feind in den Rücken fallen. General Mercy setzte am 30. Dezember bei der Einmündung des Laussabaches über die Enns. Die Österreicher zogen auf dem damals schwierigen Weg am linken Ennsufer nach Ternberg und weiter nach Steinbach/Steyr. Ein Teil der Kavallerie rückte am rechten Ennsufer vorwärts und jagte die Gegner aus den Schanzen in Ternberg und Dambach.

Am 31. Dezember verließen 4000 Bayern Steyr, um nicht eingekreist zu werden.

Bald war Oberösterreich zurückerobert, und am 22. Februar 1742 zogen die Österreicher in München ein.

1781 wurde unter der Regierung Kaiser Josephs die Leibeigenschaft aufgehoben. Die Bauern konnten nun freie Grundstückseigentümer werden.

Frondienst und Abgaben entfielen aber erst 1848.

Anfangs des 19. Jahrhunderts wollte Napoleon, der sich selbst die Kaiserkrone aufgesetzt hatte, die ganze Welt erobern. Er gelangte bis tief nach Russland, wo Schnee, Eis und Kälte seine Feldzug stoppten und ihn zum Rückzug zwangen. Wenn sich auch hier keine Gefechte abspielten, hatten die Leute unter den durchziehenden Franzosen viel zu leiden.

Im Dezember 1800 erschienen die Franzosen in Steyr, wo am 25. Dezember 1800 im Haus der Apotheke in Zwischen-brücken ein vorläufiger Waffenstillstand geschlossen wurde. Am Tag des Waffenstillstandes zogen französische Truppen, Kavallerie, Artillerie und Infanterie Richtung Großraming. Diese Durchzüge dauerten bis März 1801.

Nach dem Waffenstillstand wurden den Hammerschmieden der Umgebung von Steyr französische Soldaten zur Erzeugung von Waffen und Werkzeugen beigegeben.

Die Plünderungssucht der Franzosen war sehr groß. Deshalb kamen in verschiedenen Orten Racheakte durch die erbitterten Bewohner vor. Die Franzosen requirierten alles Eisen, um Waffen zu erzeugen.

Vorläufig war dann Ruhe, aber 1805 begann der Krieg aufs Neue.

 

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